Herzlich Willkommen
auf den Internetseiten der SLS. Die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) ist der Zusammenschluss der in der Suchthilfe und Suchtprävention aktiven Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen, der Suchtselbsthilfe als auch der Gesellschaft gegen Alkohol- und Drogengefahren. Zielstellung der SLS ist die Förderung der Suchthilfe und Suchtprävention im Freistaat Sachsen. Auf den folgenden Seiten finden Sie umfassende Informationen zum Thema Sucht und Suchthilfeeinrichtungen in Sachsen.
Nutzen Sie auch gern die Bestellangebote zu verschiedenen Broschüren, Materialien und Berichten der SLS.
Presseinformationen / News
SLS-Anerkennungspreis 2026: Einreichung der Vorschläge zur Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit ab jetzt möglich
Unterstützt von der AOK PLUS vergibt die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren e. V. auch in diesem Jahr wieder den SLS-Anerkennungspreis zur Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit in der sächsischen Suchthilfe.
Schlagen Sie uns bitte bis zum 21.08.2026 über das angehängte Formular
Personen(gruppen) und Projekte der Suchtselbsthilfe vor, die durch ihr Engagement zum
Gelingen von Gruppenveranstaltungen beitragen, besondere Aktivitäten für die Gruppe
organisieren oder durch kreative Wege der Suchtselbsthilfe einen weiteren Ausdruck geben
und damit – häufig im Hintergrund- zu einem bunten und aktiven Gruppenleben in der
Suchtselbsthilfe beitragen. Genauere Informationen dazu finden Sie hier.
Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der diesjährigen Tagung der sächsischen Suchtselbsthilfe am 10.10.2026 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden.
SLS-Suchtbericht 2025
Sächsische Suchthilfe 2025: Wachsende Herausforderungen durch komplexe Krankheitsbilder und erneuten Crystal-Anstieg
Die sächsische Suchthilfe zieht Bilanz: Während Alkoholprobleme weiterhin die Statistik dominieren, bereiten der erneute Anstieg bei Methamphetaminen (Crystal) und die zunehmende Schwere der Erkrankungen den Fachkräften Sorge. Gleichzeitig führen Leistungskürzungen im Bereich der ambulanten Suchthilfe zu Engpässen. Dabei ist der hohe wirtschaftliche Nutzen der Suchtberatung belegt: Jeder investierte Euro spart der Gesellschaft mindestens 17 Euro an Folgekosten.
Die sächsische Suchthilfe leistet jährlich Enormes: Rund 24.800 ambulante Betreuungsfälle in Beratungsstellen, 18.500 stationäre Akutbehandlungen, 1.700 suchtspezifische Beratungen in den Justizvollzugsanstalten und Leistungen der Eingliederungshilfe für über 600 schwer erkrankte Menschen unterstreichen die Bedeutung des Hilfesystems. Doch die Arbeit der Fachkräfte wird komplexer. Immer häufiger treten „Doppeldiagnosen“ auf – die Kombination aus Sucht und einer weiteren psychischen Erkrankung.
Alkohol bleibt Hauptproblem – Crystal-Behandungs- und Beratungsbedarf wieder steigend
Nach wie vor ist Alkohol die Ursache für die meisten Behandlungen. 70 % der stationären Fälle und jede zweite ambulante Beratung stehen im Zusammenhang mit Alkoholproblemen. Mit rund 25 alkoholbedingten Sterbefällen pro 100.000 Einwohner belegt Sachsen im bundesweiten Vergleich den traurigen 3. Platz.
Besorgniserregend ist die Entwicklung bei Methamphetamin (Crystal). Im Berichtsjahr stiegen die stationären Behandlungszahlen um 17 % an. Im bundesweiten Vergleich liegt der Konsum von Methamphetaminen in Sachsen weiterhin dreifach über dem Bundesdurchschnitt. Der Großteil der Ratsuchenden kommt bereits mit einer Abhängigkeitserkrankung in die Beratung. Die gesundheitlichen Folgeschäden z.B. durch Schädigungen des Nervensystems oder der Entwicklung einer Schizophrenie durch jahrelangen Konsum sind alarmierend. Die Daten unterstreichen, dass Bemühungen, Crystalkonsum in Sachsen einzudämmen, frühzeitig zu informieren und von Konsum Betroffene zu unterstützen, nicht nachlassen dürfen.
Cannabis: Veränderungen im Bildungsbereich
Seit zehn Jahren steigt die Nachfrage wegen Cannabis kontinuierlich; mit 14 % ist es der zweithäufigste Beratungsanlass in den sächsischen Suchtberatungsstellen. Die Daten der Deutschen Suchthilfestatistik für Sachsen zeigen: Die Zahl der betroffenen Konsumenten ohne Schulabschluss stieg auf 16 %, während der Anteil derer in Berufsausbildung sank. Zu den langfristigen Auswirkungen der Cannabis-Teil-Legalisierung (KCanG) von 2024 lässt sich laut Experten für eine abschließende Bewertung noch kein finales Urteil fällen.
Neue Suchtformen
Auch verhaltensbezogene Suchtformen wie Glücksspiel und exzessiver Medienkonsum nehmen weiter zu – zudem steigt die Anzahl an Jugendlichen, die Suchtberatung aufsuchen. Die Etablierung von Schwerpunktberatungsstellen, insbesondere im ländlichen Raum, erscheint dringend geboten, um den wachsenden Bedarfen differenzierte und spezialisierte Angebote gegenüberstellen zu können.
Brennpunkte: Drogentote und Substitutionsmangel
Die Zahl der Drogentoten in Sachsen stieg 2024 massiv um 40 % auf 28 Personen an, was vermutlich auf einen riskanten Mischkonsum (polytoxes Verhalten) zurückzuführen ist. Zudem verschärft sich die Lage für Opioid-Abhängige im ländlichen Raum: Die Anzahl der substituierenden Ärzte sinkt, was die flächendeckende Versorgung gefährdet.
Suchtberatung als Rendite für die Gesellschaft
Trotz der Herausforderungen ist die ambulante Hilfe in den Beratungsstellen wirksam: Bei etwa 50 % der Ratsuchenden verbessert sich die Problematik deutlich, bei weiteren 35 % kann der Zustand stabilisiert werden. Die Suchthilfe ist dabei auch ein wirtschaftlicher Faktor. „Jeder in die Suchtberatung investierte Euro spart den öffentlichen Haushalten mindestens 17 Euro an Folgekosten, etwa durch Kriminalitätsprävention und den Erhalt der Erwerbsfähigkeit“, so der Tenor des Berichts.
Forderungen an die Politik
Um das leistungsfähige Netz aus Beratungsstellen, stationärer Versorgung, externer Suchtberatung in den Justizvollzugsanstalten und den Sozialtherapeutischen Hilfen der Eingliederungshilfe zu erhalten, ist die Sicherung der Finanzierung der qualifizierten Fachkräfte und etablierten Angebote oberste Priorität. Der Zugang zur Hilfe muss weiterhin niedrigschwellig, vorurteilsfrei, wohnortnah und fläckendeckend möglich sein, um Betroffene frühzeitig zu erreichen und langfristige Folgeschäden zu minimieren.
Suchthilfe fordert Regulierung der Werbung und Besteuerung von Suchtmitteln
Anlässlich des kürzlich stattgefundenen CDU-Parteitages und der dort erfolgten Abstimmung hinsichtlich eines Antrages gegen Werbeverbote für Suchtmittel fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme zahlreiche Verbände der Suchthilfe, die Regulierung der Werbung und Besteuerung für Suchtmittel und Glücksspiel an den Stand der wissenschaftlichen Evidenz anzupassen. Die derzeitige Politik subventioniert die Suchtmittelindustrie indirekt auf Kosten der Sozialkassen. Die gesamte Stellungnahmen können Sie hier nachlesen.
Der CDU-Parteitag sprach sich in der Abstimmung gegen Werbeverbote für legale Suchtmittel aus. In der Begründung heißt es: “Die Soziale Marktwirtschaft setzt auf mündige Verbraucher statt auf staatliche Bevormundung. Produkte, die legal hergestellt und vertrieben werden, müssen in diesem Rahmen auch beworben werden dürfen. Freiheit ist Innovationstreiber, Verbote sind es nicht.” Bemerkenswert ist der Fakt, dass der CDU- Parteitag u.a. von der Tabak- und Automatenindustrie gesponsert wurde.
Studien zufolge generiert die Alkoholindustrie rund die Hälfte ihres Umsatzes mit abhängigen oder riskant konsumierenden Menschen (Kilian et al., 2026), die Glücksspielindustrie generiert bis zu 76 % des Umsatzes durch Personen mit problematischem Spielverhalten (Schütze et al., 2023). Die Bevölkerung trägt u.a. über hohe Krankenkassenbeiträge die Gewinne der Unternehmen, die häufig zu gesundheitlichem Leid des Einzelnen und ganzer (Familien)-Systeme führen! Eine evidenzbasierte Regulierung muss darauf abzielen, die volkswirtschaftlichen Verluste von über 136 Mrd. € jährlich zu senken.
Wir werden sichtbar-bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien
„Wir werden sichtbar“ – unter diesem Motto steht die bundesweite COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien vom 22. bis 28. Februar 2026. Bundesweit sind rund 100 Veranstaltungen, Aktionen und Projekte geplant. Ziel der Aktionswoche ist es, auf die Lebenssituation von Kindern suchtkranker Eltern aufmerksam zu machen, über bestehende Unterstützungsangebote zu informieren und Prävention zu stärken. Die Schirmherrschaft für die Aktionswoche haben die Influencerin Betty Taube und der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck übernommen. Zur Aktionswoche aufgerufen hat NACOA Deutschland e.V., die Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien.
Die SLS unterstützt diese Anliegen. Unterstützungen sind notwendig, da Kinder aus suchtbelasteten Familien die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung sind, sehr häufig an weiteren psychischen Störungen leiden und sozial benachteiligt sind. In der Präventionsarbeit mit Kindern aus suchtbelasteten Familien werden Kinder in den Gesprächen und Projektaktivitäten entlastet und gestärkt, das Thema Sucht enttabuisiert und unterstützende Netzwerke geknüpft.
Alles zur Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien: www.coa-aktionswoche.de.
#Erfahrungsweitergeber- Der Weg durch die Drogensucht unserer Kinder
Jetzt neu ausleihbar: Der #Erfahrungsweitergeber ist die 1. verschriftlichte Form aus 30 Jahren Erfahrungen der Eltern-Selbsthilfe und ehemaliger Abhängiger der Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch-Westfälischen Elternkreise drogengefährdeter und abhängiger Menschen e.V. (ARWED) in Nordrhein-Westfalen.
Im Ratgeber werden die Erfahrungen der Eltern und der Kinder in verschiedenen Phasen der Abhängigkeitsentwicklung anschaulich dargestellt und sollen zum besseren gegenseitigen Verständnis sowie zum Perspektivwechsel regen. Dies kann eine Chance zum (erneuten) Brückenbau zwischen Eltern und Kindern sein. Auf der Homepage www.erfahrungsweitergeber.de finden Ratsuchende weiterführende Informationen.
Änderung im Bereich Psychotherapie bei Abhängigkeitserkrankten
Bisher galt, dass Abhängigkeitserkrankte nur dann ambulant-psychotherapeutisch behandelt werden dürfen, wenn sie innerhalb von maximal 10 Sitzungen Abstinenz erreichen konnten. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, muss die Behandlung beendet werden.
Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss G-BA vom 21.08.2025, der die Psychotherapie bei Abhängigkeitserkrankungen neu regelt im Einzelnen:
- 24 Therapiestunden sind auch ohne Abstinenz möglich.
- Ablauf:
- Kurzzeittherapie 1 (12 Stunden): Ziel bleibt Abstinenz.
- Kurzzeittherapie 2 (weitere 12 Stunden): Nur, wenn Abstinenz als realistisches Ziel gilt und vereinbart ist.
- Danach: Therapie ausschließlich bei vollständiger Abstinenz (ärztlich nachweisbar).
- Gilt für fast alle Substanzen (inkl. Cannabis, neue psychoaktive Substanzen, Medikamente etc.).
- Ausgenommen: Tabak/Nikotin, Koffein.
DigiSucht- Plattform zur digitalen Suchtberatung
Mit dem Aufbau einer bundesweiten Beratungsplattform www.suchtberatung.digital werden Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Suchtproblemen in den Suchtberatungsstellen digital ergänzt. Nach einer Erprobung in der Modellphase mit 3 Suchtberatungsstellen ist die Plattform 2024 flächendeckend in den Regelbetrieb übergegangen. Aktuell beteiligen sich 18 Suchtberatungsstellen mit insgesamt 32 BeraterInnen in Sachsen an DigiSucht.
LINK zur digitalen Beratung: www.suchtberatung.digital
LINK zum bundesweiten Projektträger: www.digisucht.delphi.de
GLÜCK SUCHT DICH- neues Angebot zur mobilen Suchtprävention in Sachsen
Mit einem Grußwort der sächsischen Gesundheitsministerin, Barabara Klepsch, wurde am 12.12.2019 ein neues Angebot zur Unterstützung der Suchtprävention in den sächsischen Regionen auf dem Schulcampus Dresden-Tolkewitz eingeweiht. GLÜCK SUCHT DICH ist eine interaktive Ausstellung innerhalb eines Doppeldeckerbusses, die mit insgesamt 8 Stationen zur Auseinandersetzung mit den Themen Glück und Sucht anregen soll. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche der Klassenstufen fünf bis zwölf, aber auch die breite Öffentlichkeit zur Sensibilisierung vor den Gefahren im Zusammenhang mit legalen und illegalen Drogen als auch zu verhaltensbezogenen Suchtproblemen, wie Medienabhängigkeit. Die fachliche Betreuung erfolgt durch die "Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen" in gemeinsamer Trägerschaft von SLFG e.V. und SLS e.V.
Weitere Infomationen zum Projekt unter:
www.gluecksuchtdich.de
SLS Infos
Sucht2025.pdf
SLS-Suchtbericht
SLS2025.pdf
SLS-Jahresbericht
Faktenblatt Suchtberatung 2026
Faktenblatt Suchtprävention 2026
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