Internet und Computer sind heute fester Bestandteil unserer Alltagskultur. Die Nutzung der 'neuen' Medien ist weit verbreitet und nicht selten verbringen die Nutzer mehrere Stunden täglich damit. Neben Surfen und Chatten sind vor allem Computerspiele (on- bzw. offline) eine beliebte Beschäftigung. Die große Faszination und Anziehungskraft der virtuellen Welt können jedoch zur exzessiven bzw. suchtartigen Nutzung von Computerspielen und des Internets führen.
Suchttypischen Kriterien, wie Kotrollverlust, Entzugserscheiniungen, negative Konsequenzen, sind bei einer Internetsucht / Computersucht analog zur Suchtmittelabhängigkeit nachweisbar. Die Betroffenen vernachlässigen andere wichtige Aktivitäten zugunsten der Nutzung dieses Mediums, spüren ein zwanghaftes Verlangen nach dieser Betätigung, können die Computernutzung zeitlich kaum noch kontrollieren und nehmen auch soziale und gesundheitliche Nachteile in Kauf, um das Internet oder den Computer exzessiv nutzen zu können.
Zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, u. U. auch mit hohem Krankheitswert, zählen Schlafstörungen, Ernährungsmängel, psychische Störungen durch Realitätsflucht, Identitätswechsel und die Verschiebung von Kommunikationsmuster. Negativ beeinträchtigt ist vor allem auch die Entwicklung von betroffenen Kindern und Jugendlichen.
Fachverbände schätzen ein, dass 3-13 % der Computernutzer einen exzessiven Umgang mit dem PC betreiben (FV Sucht, FV Medienabhängigkeit). In einer aktuellen Untersuchung unter Schülern der 9. Klassen wurde bei 3 % der Jungen und 0,3 % der Mädchen eine Computerspielabhängigkeit und bei weiteren 4,7 % der Jungen und 0,5 % der Mädchen eine Suchtgefährdung diagnostiziert (Rehbein 2009). Dabei zeigte sich, dass Rollenspiele wie World of Warcraft ein sehr hohes Abhängigkeitspotential besitzt (20 % der Spieler sind abhängig bzw. gefährdet).
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