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Medienkonsum

Sächsische Landesstelle
gegen die Suchtgefahren e. V.

SLS21

... im Interesse von Suchtkranken und Suchtgefährdeten im Freistaat Sachsen !

[Alkohol] [Illegale Drogen] [Medikamente] [Tabak] [Glücksspiel] [Excessiver Medienkonsum]


    Internet und Computer sind heute fester Bestandteil unserer Alltagskultur. Die Nutzung der 'neuen' Medien ist weit verbreitet und nicht selten verbringen die Nutzer mehrere Stunden täglich damit. Neben Surfen und Chatten sind
    vor allem Computerspiele (on- bzw. offline) eine beliebte Beschäftigung. Die große Faszination und Anziehungskraft der virtuellen Welt können jedoch zur exzessiven bzw. suchtartigen Nutzung von Computerspielen und des Internets führen. 

    Suchttypischen Kriterien, wie Kotrollverlust, Entzugserscheiniungen, negative Konsequenzen, sind bei einer Internetsucht / Computersucht analog zur Suchtmittelabhängigkeit nachweisbar. Die Betroffenen vernachlässigen andere wichtige Aktivitäten zugunsten der Nutzung dieses Mediums, spüren ein zwanghaftes Verlangen nach dieser Betätigung, können die Computernutzung zeitlich kaum noch kontrollieren und nehmen auch soziale und gesundheitliche Nachteile in Kauf, um das Internet oder den Computer exzessiv nutzen zu können.

    Zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, u. U. auch mit hohem Krankheitswert, zählen Schlafstörungen, Ernährungsmängel, psychische Störungen durch Realitätsflucht, Identitätswechsel und die Verschiebung von Kommunikationsmuster. Negativ beeinträchtigt ist vor allem auch die Entwicklung von betroffenen Kindern und Jugendlichen.

    Fachverbände schätzen ein, dass 3-13 % der Computernutzer einen exzessiven Umgang mit dem PC betreiben (FV Sucht, FV Medienabhängigkeit). In einer aktuellen Untersuchung unter Schülern der 9. Klassen wurde bei 3 % der Jungen und
    0,3 % der Mädchen eine Computerspielabhängigkeit und bei weiteren 4,7 % der Jungen und 0,5 % der Mädchen eine Suchtgefährdung diagnostiziert (Rehbein 2009). Dabei zeigte sich, dass Rollenspiele wie World of Warcraft ein sehr hohes Abhängigkeitspotential besitzt (20 % der Spieler sind abhängig bzw. gefährdet).
     

    Anzeichen auf ein problematisches PC - Spielverhalten:

    - Das Spiel bzw. der Medienkonsum tritt über einen längeren Zeitraum (mind. 12 Monate) in einer von der Norm abweichenden Form
     und über das Maß hinaus auf

    -
    Kontrollverlust bezüglich Beginn, Ausmaß und Intensität des Spielverhaltens bzw. der Mediennutzung

    - Abstinenzverlust – Versuche, das Spielverhalten bzw. den Medienkonsum einzuschränken oder aufzugeben, scheitern
    wiederholt

    -
    Unwiderstehlicher Drang/Verlangen zu spielen bzw. Medien zu nutzen

    - Entzugserscheinungen wie z. B. Unruhe, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche treten auf, wenn das Spielverhalten bzw. die Mediennutzung reduziert oder aufgegeben werden soll

    -
    Vernachlässigung von Verpfl ichtungen (schulischer, beruflicher und familiärer Art)

    - Starke gedankliche Beschäftigung mit dem Spiel bzw. der Mediennutzung auch während anderer Aktivitäten

    -
    Die Nutzung von Spielen bzw. Medien wird zunehmend zurStimmungs- und Gefühlsregulation eingesetzt und wird zur
    einzigen Möglichkeit Gefühle effektiv zu regulieren

    - Leidensdruck – anfänglich angenehmes belohnendes Verhalten wird im Verlauf der Suchtentwicklung als zunehmend
    belastend empfunden.

    Quelle: Universität Mainz, Ambulanz für Spielsucht

     


    Weiterführende Informationen zur Thematik “Rollenspiele - World of Warcraft” erhalten Sie unter www.rollenspielsucht.de, einer Initiative betroffener Eltern.

    Deutschlandweit haben sich in einigen Regionen spezialisierte Beratungsstellen für die Mediensuchtberatung etabliert. Spezialsprechstunden zur Internet- und Computersucht wurden an den Universitätskliniken in Tübingen und Mainz eingerichtet.

      Die Ambulanz für Spielsucht an der Universität Mainz betreibt eine
      deutschlandweit Hotline zur Verhaltenssucht
      von Mo.-Fr. von 12:00 – 17.00 Uhr mit der Nummer: 0180-152 95 29 (3,9 Cent/min)

    In Sachsen gibt es bisher kein spezialisiertes Angebot zur Mediensuchtberatung - als Ansprechpartner sind die regional zuständigen Suchtberatungs- und Behandlungsstellen zu nutzen (Übersicht: www.slsev.de/SBB.pdf).
     

www.slsev.de